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Ybbstaler Alpen, Niederösterreich · Oktober 2025
Im Oktober zur leeren Halterhütte
Nach dem Almabtrieb ist es oben ganz still. Man muss nur die eigene Jause mitbringen.
Der Weg
Im Graben war es feucht und finster, die Buchen hatten das Laub halb abgeworfen, und der Ziehweg war eine Mischung aus Gatsch und Blättern. Bergauf ist das egal. Bergab bin ich zweimal auf dem Hintern gelandet, einmal davon sogar recht elegant.
Nach etwa dreihundert Höhenmetern wird der Wald licht, und man kommt auf die Weide. Die Kühe waren seit zwei Wochen unten, die Tränke umgedreht, die Gatter offen eingehängt. Es hat nach nassem Heu gerochen und ein bisserl nach Rauch, weil weiter unten jemand Laub verbrannt hat.
Oben
Die Halterhütte war zugesperrt, die Fensterläden zu. Ich bin auf der Hausbank gesessen, den Rücken an der Holzwand, die die Sonne schon aufgewärmt hatte, und hab ausgepackt: Speckbrot, einen Apfel aus dem Garten meiner Mutter, Tee aus der Thermoskanne. Oben am Grat sind drei Gämsen entlanggezogen, zügig und ohne herzuschauen, als hätten sie einen Termin.
Das Wetter
Unten im Tal hatte es seit einer Woche Hochnebel, grau und kalt. Ab ungefähr 900 Metern war ich drüber, und oben hatte es in der Sonne gute fünfzehn Grad. Diese Inversionstage sind der Grund, warum ich im Herbst überhaupt noch losfahre. Beim Abstieg bin ich wieder in den Nebel hineingegangen, und es war, als hätte jemand das Licht abgedreht.
Beim nächsten Mal
Eine Sitzunterlage. Die Bank war warm, die Wiese danach nicht.