AlmwegTagestouren zu Almen und Hütten

Wörterbuch

Wörter von der Alm

Wer aus Deutschland kommt oder aus der Stadt, stolpert über ein paar Wörter. Die meisten hab ich selber erst unterwegs gelernt, und vieles heißt in Tirol anders als in der Steiermark.

Ein Mankei auf seinem Stein. Es pfeift gerade, das sieht man hoffentlich.
AlmabtriebAbtrieb
Ende September, Anfang Oktober kommt das Vieh von der Alm ins Tal. War der Sommer ohne Unglück, werden die Kühe dafür geschmückt. Einmal mittendrin.
AlmauftriebAuftrieb
Der Weg hinauf im Frühsommer, meist im Juni. Weniger Fest, mehr Arbeit.
AlmrauschAlpenrose
Niedriger Strauch mit rosaroten Blüten, der Ende Juni, Anfang Juli ganze Hänge färbt. In vielen Gegenden geschützt, also stehen lassen. Nockberge.
Bergsteigeressen
Ein einfaches, sättigendes Gericht, das es auf vielen Alpenvereinshütten für Mitglieder günstiger gibt. Oft Nudeln oder Eintopf, selten aufregend, immer genug.
Brettljause
Kalte Jause auf dem Holzbrett: Speck, Wurst, Käse, Kren, Essiggurkerl, Brot. Für eine Person gedacht, selten für eine Person geeignet.
Buttermilch
Was beim Butterrühren übrig bleibt, auf der Alm oft ganz frisch. Dick, säuerlich, sehr kalt. Die beste, die ich kenne.
GamsGämse
Steht gern dort, wo man selbst nicht hinkommt, und schaut einem dabei zu.
GatschMatsch
Nasse Erde, gern knöcheltief. Im Frühjahr auf jedem Waldweg, im Herbst auch.
Graukäse
Tiroler Sauermilchkäse, mager und bröselig, mit Essig, Öl und Zwiebel gegessen. Man mag ihn oder eben nicht. Zillertal.
GrödelLeichtsteigeisen
Kleine Steigeisen zum Überziehen, für Altschnee und vereiste Wege. Ersetzen keine richtigen Steigeisen, hätten mir im Juni aber eine Umkehr erspart. Vielleicht.
gspritztmit Soda
Saft oder Wein mit Sodawasser. Nach der Tour, wenn man noch fahren muss: ein Apfelsaft gspritzt.
Halter, HalterinHirte, Hirtin
Wer im Sommer auf der Alm das Vieh hütet. Auf Almen ohne Käserei oft die einzige Person oben.
HaubeMütze
Die Wollmütze. Gehört in jeden Rucksack, auch im August.
heuerdieses Jahr
„Heuer war ein guter Sommer.“ Kein Dialekt, ganz normales österreichisches Deutsch.
Hüttenruhe
Meist ab 22 Uhr. Ab dann wird im Haus nicht mehr laut geredet, auch nicht über die Tour von morgen.
Hüttenschlafsack
Ein dünner Schlafsack aus Baumwolle oder Seide, in den man sich unter die Decken der Hütte legt. Auf Alpenvereinshütten Pflicht.
JauseBrotzeit
Zwischenmahlzeit, kalt, meist mit Brot. Auch alles, was man zum Essen im Rucksack hat.
Kaiserschmarrn
Dicker, süßer Eierteig, in der Pfanne zerrissen und mit Staubzucker bestreut. Mit Rosinen oder ohne, darüber wird gestritten.
Kar
Eine Mulde unter einem Grat oder Gipfel, von einem Gletscher ausgeschürft, oft voller Schutt und manchmal mit einem kleinen See.
KaserSennhütte
In Tirol eine Almhütte, auf der Käse gemacht wird.
Kasnudeln
Kärntner Teigtaschen mit Topfen, Erdäpfeln und Minze, am Rand gekrendelt, mit brauner Butter. Wo ich sie esse.
Kaspressknödel
Flache Knödel aus Knödelbrot und würzigem Käse, in der Pfanne herausgebacken. In der Suppe oder mit Salat.
KogelKuppe
Runder Berg, oft Teil eines Namens. Klingt harmloser, als er manchmal ist.
KrenMeerrettich
Frisch gerieben zum Speck. Treibt einem die Tränen in die Augen.
LahnLawine
Altes Wort für Lawine, steckt in vielen Flur- und Ortsnamen.
LatschenLegföhren
Niedrige Bergkiefern, die über der Waldgrenze dichte Felder bilden. Riechen in der Sonne nach Harz. Querfeldein unmöglich.
MankeiMurmeltier
Pfeift, wenn Gefahr droht, also auch, wenn ich komme. Begegnung.
MarterlBildstock
Eine Tafel oder ein Bildstock am Weg, oft zur Erinnerung an einen Unfall. Man geht nicht achtlos vorbei.
Materialseilbahn
Kleine Seilbahn, mit der Hütten Lebensmittel und Getränke hinaufbekommen. Personen fahren nicht mit.
PackerlPäckchen
Kleines Paket. Das Erste-Hilfe-Packerl ist das, was man hoffentlich nie aufmacht.
rot-weiß-rotMarkierung
Die Wegmarkierung in Österreich: drei Farbstreifen auf Stein, Baum oder Pfahl. Im weißen Feld steht oft die Nummer des Weges.
SackerlTüte
Plastik- oder Papiertüte. Ein leeres für den Müll ist immer im Rucksack.
SattelJoch, Törl
Ein Übergang zwischen zwei Erhebungen. Ein Törl ist meist schmal und steil, ein Joch eher breit.
Senner, Sennerin
Wer auf der Alm Butter und Käse macht.
SteigPfad
Ein schmaler Weg, oft steil, mit Wurzeln und Steinen. Auf der Karte gestrichelt.
SteinmandlSteinmann
Ein kleiner Turm aus Steinen, der den Weg zeigt, wo keine Farbe hält. Bitte keine neuen bauen, die alten reichen.
ZirbeArve
Kiefer der Hochlagen mit weichem, duftendem Holz. Eine Stube aus Zirbe riecht noch nach Jahrzehnten danach. Es gibt auch Zirbenschnaps.
Zwetschkenröster
Eingekochte Zwetschken, dick und dunkel. Gehört zum Kaiserschmarrn.