Almweg / Touren / Salzkammergut, Oberösterreich
Salzkammergut, Oberösterreich · Juli 2026
Zur Alm unterm Kar
Forststraße, ein Steig durch die Latschen und oben eine Alm, auf der es genau drei Sachen gibt.
Der Weg
Die ersten vier Kilometer sind Forststraße. Ich mag Forststraßen nicht besonders, aber diese steigt so gleichmäßig, dass man nebenbei reden kann, und neben dem Bach ist es um sieben in der Früh noch richtig kalt. Nach einer guten Stunde zweigt rechts ein Steig ab, rot-weiß-rot markiert, und ab da wird es interessanter: Latschen links und rechts, Wurzeln wie Stufen, und sobald die Sonne auf die Latschen scheint, riecht alles nach Harz.
Das letzte Stück vor der Alm ist ein Wiesenhang, den die Kühe kreuz und quer zertreten haben. Wo der Weg ist, erkennt man an den Markierungen auf den Steinen, nicht am Boden. Bei Nässe ist das eine Rutschpartie, und die Kuhfladen machen es nicht besser.
Oben
Die Alm liegt in einer Mulde direkt unter dem Kar, und ab dem frühen Nachmittag liegt sie im Schatten. Es gibt Buttermilch, Brot mit Almbutter und Schnittlauch und einen Käse, den die Sennerin selber macht. Mehr nicht. Ich hab beim ersten Mal gefragt, ob es auch eine Suppe gibt, und bin angeschaut worden, als hätte ich nach Sushi gefragt.
Die Buttermilch ist dick und säuerlich und so kalt, dass mir die Zähne wehgetan haben. Man sitzt auf einer Bank aus einem halbierten Baumstamm, die Fliegen sind sehr zutraulich, und hinter der Hütte rinnt der Brunnen in einen Holztrog. Ich bin über eine Stunde gesessen.
Das Wetter
Am Parkplatz war Nebel, so dicht, dass ich kurz überlegt hab, wieder heimzufahren. Auf ungefähr 1.100 Metern bin ich aus der Suppe hinausgegangen, und unten lag das ganze Tal unter einer weißen Decke. Am Rückweg war sie weg, und im Auto hatte es achtundzwanzig Grad.
Beim nächsten Mal
Früher los, damit die Mulde noch Sonne hat. Und den Käse nicht erst beim Gehen kaufen wollen: Um zwei war er aus.